Vita

1956 in Bremerhaven geboren
Dipl. Sozialarbeiterin
traditionelle Segelschiffe restauriert, darauf gelebt und gesegelt
1987-2000 in Portugal an der Algarve gelebt
2000 Umzug nach Deutschland
2005 freischaffende Künstlerin/Malerei
2006 Gründung des Ateliers N°17 in Schiffdorf.

 

Kurzfassung der Stellungnahme von meinen Bildern von der Kunsthistorikerin Elke Grapenthien

Bärbel Ricklefs-Bahr lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Schiffdorf bei Bremerhaven.

Ricklefs-Bahr arbeitet informell, lässt sich nicht von Regeln oder Stilen einengen. Ihre Kunst entsteht aus dem Malprozess heraus.

Sie beschränkt sich darauf, eine fast ebene Komposition zu kreieren, die Spannung und zugleich Harmonie ausstrahlt. Die ausgewogene harmonische Vielfalt verdeutlicht, dass die Künstlerin neben ihrer Spontaneität bei der Vollendung ihrer Werke doch auf ihre Erfahrung und ihr fundiertes Wissen um die Wirkung bestimmter Mittel und Methoden vertraut. Auf das spontane Agieren folgt das durchdachte Reagieren.

Alles, was sich auf die Leinwand aufbringen lässt und dazu beiträgt, ihre Oberfläche zu verändern, d.h. zu formen, in die Dreidimensionalität zu überführen und auch wieder aufzubrechen, reizt die Künstlerin. Aus der anfangs flachen Malfläche wird allmählich ein Relief, dessen Details in ihrer Reichhaltigkeit kaum auf einen Blick zu erfassen sind.
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Trotz der Abstraktionen meint man doch hier und da auf Gegenständliches zu stoßen: Gesichter, Körperteile, Abbruchkanten einer Landschaft oder eine tiefe Schlucht.
Unsere Erfahrungen und Erinnerungen lassen sich nicht einfach ausblenden. Der Verstand schaltet sich beim Betrachten von Bildern mit ein, beeinflusst die Wahrnehmung. So sucht unser Auge auch in informeller Kunst unwillkürlich etwas, was wir kennen - und wird in den reich ausgestatteten Materialbildern von Bärbel Ricklefs-Bahr schnell fündig.

Die auffällig strukturierten und erhabenen Oberflächen ihrer Werke erinnern an die aus vielen Schichten bestehende Erde mit ihren Vertiefungen und Anhöhen. Sie wirken, als seien sie schon alt und von der Zeit geformt. Spuren von Verletzungen, Narben und Verwitterung zeichnen sich auf diesen ab. Man entdeckt Einschlüsse von Steinen und Metallen sowie Abdrücke, die auf Leben hinzuweisen scheinen.

Die Materialbilder von Bärbel Ricklefs-Bahr laden uns ein, in ihnen auf Entdeckungsreise zu gehen – auf eine lohnenswerte und kurzweilige Reise, die unsere Gefühle anspricht und viel Abwechslung bietet.

Auszug aus der Stellungnahme der Kunsthistorikerin Elke Grapenthien

Über meine Arbeit:

Einleitend möchte ich Emil Schumacher zitieren:

„ Ich gehe das Bild unmittelbar an,
dabei kommt es jedes Mal zu einer Begegnung des Materials mit mir,
wobei ich ihm oft den Willen lasse,
denn ich habe erfahren, dass es weiser ist als alle Berechnungen.
Handwerk, Technik und Erregung sind eins.
Die Farben reißen Formen an sich, die Zeichen verlangen Farben-
Indem ich mich mitreißen lasse, gewinne ich mein Bild.“

Ich gehe meine Bilder ähnlich an. Durch Auftrag und Abtrag vieler lasierender Farbschichten, durch Materialcollagen und das Arbeiten mit Sanden erzählt mir das entstehende Bild den Weg. Ich binde mich nicht an Gegebenheiten, meine Bilder entstehen im Tun. Inspirationen suche ich mir in der Natur. Die Zersetzung, der Verfall, die Zerstörung und die Veränderlichkeiten versuche ich in meinen Materialbildern zu gestalten, festzuhalten. Die Natur ist mein perfektes Vorbild.
Durch das zehnjährige Leben, Arbeiten und Segeln auf unserem Schoner bin ich verwachsen und immer wieder beeindruckt von dem Meer. Die Weite des Horizontes, der Gezeitenspiegel, das Wellenspiel und vor allem der Farbenwechsel des Himmels und des Meeres spiegeln sich vielfach in meinen Bildern wieder.
Immer seltener gebe ich meinen Bildern Titel. Der Betrachter soll die Möglichkeit haben, unvoreingenommen seine persönliche Verbindung zu dem Bild herzustellen.